Vorhofflimmern – Ursachen und Behandlung

Vorhofflimmern ist bei Erwachsenen weltweit die am häufigsten vorkommende Herzrhythmusstörung. Von ihr sind allein in Europa und den Vereinigten Staaten über neun Millionen Menschen betroffen. Diese Störung führt dazu, dass das Herz unregelmäßig schlägt. Vorhofflimmern tritt auf, wenn ungerichtete elektrische Erregungen dazu führen, dass sich die oberen Herzkammern (die Vorhöfe) schnell und unregelmäßig zusammenziehen. Einiges Blut verbleibt länger in den Vorhöfen, denn bei den irregulären Schlägen wird es nicht vollständig in die unteren Herzkammern (Ventrikel) befördert. Das Herz pumpt nicht mehr effektiv.

Viele Menschen mit Vorhofflimmern weisen keinerlei Symptome auf, die Erkrankung wird in diesen Fällen häufig nur zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt. Nicht selten macht sich Vorhofflimmern erst durch Komplikationen, in schweren Fällen durch einen Schlaganfall, bemerkbar. Teilweise treten jedoch Symptome wie Herzstolpern oder -rasen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und gelegentlich Brustschmerz, Beklemmungs- oder Angstgefühl auf. Manche Menschen leiden regelmäßig unter Vorhofflimmern, andere erleben nur selten Symptome.

Es ist sehr wichtig, dass Ihr Arzt das Vorhofflimmern so früh wie möglich diagnostiziert, denn dieser Zustand kann einen Schlaganfall oder eine Herzinsuffizienz zur Folge haben.

Welche Ursachen hat Vorhofflimmern?

Das Risiko für Vorhofflimmern wächst mit dem Alter. 1% der Erwachsenen ist weltweit davon betroffen. Jeder vierte Mensch über 55 Jahren entwickelt diesen Krankheitszustand. Vorhofflimmern kommt häufiger bei Menschen vor, die unter einer Herzerkrankung oder Herzproblemen wie Herzinsuffizienz leiden. Bei Kindern kommt es sehr selten vor.

Bei einem geringen Anteil der Patienten mit Vorhofflimmern läßt sich keine Ursache feststellen. Zu den häufigsten Risikofaktoren für Vorhofflimmern gehören:

  • Hoher Blutdruck
  • Fettleibigkeit oder Übergewicht
  • Diabetes
  • Hyperaktive Schilddrüse
  • Übermäßiger regelmäßiger Alkoholgenuss

Behandlung von Vorhofflimmern

Die Behandlung von Vorhofflimmern konzentriert sich auf folgende Therapieprinzipien:

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  • das Schlaganfallrisiko durch „Blutverdünnung“ oder antithrombotische Medikamente zu reduzieren
    eine normale Herzfrequenz bzw. einen normalen Herzrhythmus wiederherzustellen

Antithrombotische Behandlung

Menschen mit Vorhofflimmern bekommen meist Medikamente verschrieben, die das Blut verdünnen und damit das Risiko einer Bildung von Blutgerinnseln und somit folgenschwere Schlaganfälle verhindern. Man nennt dies antithrombotische Behandlung. Sie besteht aus gerinnungshemmenden Medikamenten und Plättchen-Aggregationshemmern. Eine gerinnungshemmende Therapie ist bei Patienten mit mittlerem bis hohem Schlaganfallrisiko angezeigt. Zu den am häufigsten verwendeten gerinnungshemmenden Medikamenten in Deutschland gehört Phenprocoumon (Marcumar®, Falithrom®).

Phenprocoumon ist ein sehr wirkungsvolles Medikament und kann bei langzeitiger Anwendung zwei von drei Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern verhindern. Die Einnahme von Marcumar kann jedoch problematisch sein, da es Wechselwirkungen mit anderen gängigen Medikamenten und bestimmten Nahrungsmitteln gibt. Mit Marcumar behandelte Patienten müssen von ihrem Arzt sorgfältig überwacht werden. Er muss häufig lebenslang in regelmäßigen Intervallen Bluttests und abhängig von deren Ergebnissen Dosisanpassungen vornehmen, um die erwünschte Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung sicherzustellen.
Menschen mit Vorhofflimmern, die ein geringes Schlaganfallrisiko aufweisen oder Marcumar nicht vertragen, erhalten in der Regel die Plättchen-Aggregationshemmer Acetylsalicylsäure (Aspirin®) und/oder Clopidogrel (Plavix®), die gegen Schlaganfälle jedoch weniger wirkungsvoll vorbeugen als Marcumar.

Frequenzkontrolle

Manche Patienten mit Vorhofflimmern und einer hohen Herzfrequenz erhalten Medikamente, die dazu beitragen, ihre Herzfrequenz wieder zu normalisieren. Dies genügt meist, damit das Herz seine Arbeit wieder korrekt verrichtet, und lindert Symptome wie beispielsweise Schwindel. Diese Form der Behandlung nennt man Herzfrequenzkontrolle.