Optimalgewicht erreichen

Der Schlankheitswahn der letzten Jahrzehnte scheint nahezu ungebrochen ebenso das Optimalgewicht und der Gedanke zum Abnehmen. Die Medienlandschaft prägt weiterhin ein Schönheitsideal, das sich im Bereich von Kleidergrößen abspielt, die weit entfernt sind von den durchschnittlichen Maßen der Bevölkerung. Die Frauenmagazine sind weiterhin gut gefüllt mit Diättipps. Die Supermarktregale sind immer noch bestückt mit vermeintlich schlank machenden Light-Produkten. Der Wunsch nach Schlankheit äußert sich an allen Ecken und Enden der Gesellschaft. Der ursprüngliche Gedanke, der sich in Form der Diätbewegung manifestiert hat, war der Wunsch nach einem gesunden Leben. Vor allem die Verstärkung der Medien und die kommerziellen Interessen der Nahrungsmittelindustrie haben schon vor langer Zeit dazu geführt, dass sich die Intention mit dem Ergebnis ins Gegenteil gekehrt hat.

Die Lösung wird da zum Problem, wo der Wunsch schlank zu sein beginnt, die Lebensqualität einzuschränken. Die Lösung Schlanksein wird da zum Problem, wo eine ausgewogene Ernährung von einer abgewogenen abgelöst wird. Die Lösung wird dann zum Problem, wenn die Freude am Essen verloren geht. Das Bedürfnis nach körperlicher Gesundheit hat dann nichts mehr mit der Arbeit am eigenen Körpergewicht zu tun. Essstörungen, Mangelerscheinungen, ein geringes Selbstbewusstsein oder eine stressbelastete, negative Körperwahrnehmung sind nur einige der Folgen. Es gilt, von der naiven Gleichung, Schlankheit sei gleich Gesundheit, Abstand zu gewinnen und sich darauf zu konzentrieren, was dem menschlichen Körper wirklich gut tut.

Ziel: Gesundheit und Wohlbefinden

Dass seelische Wohlbefinden auch für die körperliche Verfassung von enormer Bedeutung ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Psychosomatische Zusammenhänge verstärken sowohl die positiven wie auch die negativen Gewohnheiten – egal ob körperlich oder geistig. Wer also an der eigenen Gesundheit arbeiten will, sollte sich immer dem ganzheitlichen Zusammenhang seiner Verfassung widmen. Geistige und seelische Gesundheit sollten nicht vollständig getrennt voneinander gedacht werden. Die Vermeidung einer mangelhaften Ernährung ist genauso wichtig für die Gesundheit wie eine positive Einstellung zum Essen und die Fähigkeit zum Genießen. Nur wer sich gut fühlt und gut ernährt, fördert seine Gesundheit.

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Lieber dick und aktiv als dünn und träge

Forscher aus Skandinavien und den U.S.A. erregten vor Kurzem Aufmerksamkeit mit der Veröffentlichung einer Studie, deren Ergebnis die Heilsversprechen der Diätindustrie in zweifelhaftem Licht erscheinen lassen. Die Befragung von über einer halben Millionen Menschen ergab, dass die statistische Lebenserwartung von schlanken Personen nicht per se höher ist als die von normal- oder leicht übergewichtigen Menschen. Das wichtigste Kriterium für nachhaltige Gesundheit sei das Maß an körperlicher Aktivität. Je besser ein Mensch körperliche Aktivitäten in sein alltägliches Leben integriert – so die Forscher -, desto besser sei dies für seinen gesundheitlichen Zustand. Dünne, träge Menschen befänden sich statistisch gesehen in einer ungesünderen Lebenssituation als leicht übergewichtige Personen, die regelmäßig Sport treiben.

Die optimale Kombination aus Gelassenheit und Bewegung

Die Konsequenz, welche sich aus diesen Überlegungen ergibt, ließe sich wohl am ehesten als der berühmte Weg der goldenen Mitte beschreiben. Wohingegen extremes Übergewicht oder Untergewicht immer auch einen schlechten Gesundheitszustand bedeutet, so ist ein Gewicht im oberen Bereich der BMI Werte nicht per se negativ, solange nicht die Grenzen zur Adipositas überschritten werden. Vielmehr ist jedem anzuraten, Sport und Bewegung fest in sein Leben zu integrieren. Ein selbst auferlegtes Genussverbot wirkt dahin gehend absolut destruktiv und verschlimmert einen Gesundheitszustand viel mehr, als dass es ihn stärkt. Damit die Lösung nicht zum Problem wird, sollte immer ein ganzheitliches gesundheitliches Wohlbefinden als Ziel fokussiert werden. Dieses zu erreichen bedeutet genauso bewusst zu genießen, wie auch sich regelmäßig körperlich zu betätigen und Adipositas vorzubeugen, während man trotzdem ein positives, konstruktives Körperbewusstsein kultiviert.