Warum löst Liebeskummer körperliche Schmerzen aus?

Wer noch nie Liebeskummer hatte, kann sich nicht vorstellen, welche körperlichen Schmerzen damit oft verbunden sind. Denn zu den seelischen Schmerzen kommen massive körperliche Symptome, die nicht nur eingebildet sind. Magenkrämpfe, Engegefühle in der Brust wie bei einem Herzinfarkt, Muskelkrämpfe und vieles mehr beeinträchtigen Menschen mit Liebeskummer und Trennungsschmerz in allen Lebensbereichen.

Doch wie kommt es, dass Liebeskummer manchmal derartige körperliche Schmerzen auslöst?

Körperliche Schmerzen entstehen normalerweise dann, wenn auf die entsprechenden Organe massiv eingewirkt wird. Solche massiven Einwirkungen können Druck, Stöße, Schläge, Hitze und Kälte sein, aber auch Verletzungen. Manche dieser Verletzungen sind massiv, etwa nach einem Autounfall oder bei Verbrennungen oder wenn man sich ein Bein bricht. Andere Verletzungen sind subtiler, etwa Zahnfleischentzündungen oder eine Magenschleimhautentzündung.

Körperliche Schmerzen sind wichtig, denn sie sind ein Alarmsignal. Unser Körper signalisiert uns damit „Hey, da stimmt was nicht mit deinem Körper! Gefahr!“. Wenn die Schmerzen so massiv sind, dass wir sie möglicherweise nicht mehr aushalten würden, schaltet der Körper auf die Notprogramme Schock und Koma. Soviel zu den „normalen“ körperlichen Schmerzen.

Doch was läuft dabei intern ab? Wie verarbeitet unser Bordcomputer Gehirn die einzelnen Informationen, damit er das Ergebnis „Schmerz“ ausgibt?

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Schmerz bei Liebeskummer ist echt

US-Hirnforscher haben festgestellt, dass bei Liebeskummer tatsächlich ähnliche Reaktionen im Gehirn ausgelöst werden wie bei direkten körperlichen Manipulationen, die Schmerzen auslösen. Dazu hat man Menschen mit Liebeskummer ein Foto der Person ansehen lassen, die den Liebeskummer ausgelöst hat. Dann wurden die Testpersonen schmerzhaften Hitzeeinwirkungen an den Armen ausgesetzt. Die Gehirnaufnahmen zeigten in beiden Situationen ähnliche Ergebnisse. Bei beiden Schmerzsituationen wurden die gleichen beiden Hirnareale aktiviert.

Das somatosensorische System ist zuständig für die Verarbeitung von haptischen Reizen (Berührungen, Druck, Temperatur, Schmerzen), die vorwiegend aus der Haut, den Gelenken und den Muskeln weitergeleitet werden. Die sogenannte Inselrinde (dorsale posteriore Insula) ist vermutlich zuständig für die Verarbeitung von chemischen Reizen (Geruchssinn, Geschmackssinn). Sie ist sowohl daran beteiligt, Schmerzen emotional zu bewerten, als auch empathische Gefühle zu empfinden, wie zum Beispiel Liebe. Die Schmerzen beim Liebeskummer sind also nicht nur eingebildet, sondern echt.

Sie bedeuten aber nicht, dass die entsprechenden Organe tatsächlich direkten, äußeren Schmerzauslösern ausgesetzt oder dass sie gar geschädigt sind. Durch verkrampfte Körperhaltungen (Weinen, sich Krümmen etc) können zwar durchaus mal Muskelverspannungen auftreten … Die Engegefühle in der Brust sind aber in der Regel NICHT gleich Vorboten eines Herzinfarkts. Die tatsächlichen körperlichen oder auch psychosomatischen Schmerzen können bei Bedarf auch medikamentös behandelt werden. Bei länger anhaltenden Schmerzen empfiehlt es sich aber, einen Arzt aufzusuchen, statt sich an Schmerzmedikamente zu gewöhnen.

Ich empfehle Dir aber, einfach mal die anderen Ratschläge auf dieser Seite auszuprobieren – oft gehen die Schmerzen schnell weg, wenn man Sport treibt oder in netter Gesellschaft ist.