Die Pille danach – Pille vergessen?

Seit die Pille danach auf dem Markt ist, gibt es immer wieder viele Diskussionen und Gerüchte. “Abtreibungspille” wird sie umgangssprachlich auch genannt und ist deswegen in den meisten Glaubensrichtungen verpönt. Die Pille danach ist kein richtiges Verhütungsmittel, sondern nur im absoluten Notfall gedacht. Die normale Anti-Babypille hat einen Anteil des weiblichen Hormons Östrogen und einen Anteil des Hormons Levonorgestrel. Die Pille danach besteht nur aus letztgenanntem Hormon. Dieses Hormon verhindert bei der rechtzeitigen Einnahme eine Schwangerschaft. Dies ist der Hauptpunkt, der bei der Aufklärung über die Pille danach immer wieder außer Acht gelassen wird. Denn die Pille danach bricht keine Schwangerschaft ab. Sie wirkt auch nicht mehr, nachdem die Eizelle bereits befruchtet wurde.

Sollte es der Fall gewesen sein, dass man ungeschützen Geschlechtsverkehr hatte, ist es möglich, die Pille danach bis zu 72 Stunden nach dem Verkehr einzunehmen und eine eventuelle Schwangerschaft zu vermeiden. Das körpereigene Hormon LH, welches für den Eisprung und die Reifung der Eizelle verantwortlich ist, steigt kurz vor dem Eisprung in seiner Konzentration an. Wird in diesem Zeitraum ungeschützer Geschlechtsverkehr ausgeübt, so besteht die Möglichkeit schwanger zu werden. Das Levonogestrel, dass in der Pille danach enthalten ist, senkt den LH-Hormonspiegel im Körper und unterdrückt den Eisprung. So kann die Eizelle nicht mehr befruchtet werden und die Spermien, die im weiblichen Körper sind, sterben ab. Außerdem zeigte Levonorgestrel in verschiedenen Tests eine Wirkung auf die Spermienbeweglichkeit und verstärkte das Sekret der Gebärmutter. So liegt ein doppelter Verhütungseffekt vor, der die Spermien am Eindringen in die Eizelle hindert.

Die zweite Form der Pille danach ist eine, mit dem Hormon Ulipristal. Dieses Notfallkontrarezeptivum kann bis zu fünf Tage nach ungeschützem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Es ist seit Ende 2010 auf dem Markt erhältlich. Ulipristal hemmt das körpereigene Sexualhormon und hemmt den Eisprung. Wir fanden auf diesen Blog ebenfalls einen Artikel über die Pille danach und den Mord! Beide “Sorten” der Pille danach wirken nach dem einfachen je..desto Prinzip, denn je früher die Pille danach eingenommen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Verhinderung einer Schwangerschaft. Ist der Eisprung bereits geschehen und ein Spermium in die Eizelle gedrungen, hat die Schwangerschaft begonnen und kann auch von einer Pille danach nicht mehr verhindert werden. Die Argumentation, dass die Pille danach also Schwangerschaften abbricht und somit Lebewesen tötet, ist hinfällig.

Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, dass die Pille danach nicht zur Gewohnheit wird, denn sie hat durchaus auch im weiteren Verlauf Auswirkungen auf den Körper. Es kann zu Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Schwindel, Schüttelfrost und Depressionen kommen, da der Hormonhaushalt auf einen Schlag sehr durcheinander gebracht wurde. Auch kann es zu Zyklusänderungen kommen, Schmierblutungen und ausbleibende Menstruation, da sich der Körper und die Hormone neu einstellen müssen. Die Pille danach ist verschreibungspflichtig, das bedeutet, ein Beusch beim Frauenarzt oder in der Notfallklinik ist unumgänglich.

Verhüten in der Stillzeit für Schwangere

Wenn Frauen schwanger werden, haben sie ein Problem weniger, sofern sie immer mit dem selben Partner zusammen sind: Die Verhütung. Denn wer schon schwanger ist, der kann nicht gleichzeitig nochmal schwanger werden, da keine weiteren Eizellen produziert werden. Diese Achtlosigkeit geht allerdings auch oft nach der Schwangerschaft in den Alltag über, sodass gar nicht mehr daran gedacht wird zu verhüten. Nicht an das Kondom oder die Pille zu denken, ist zum Automatismus geworden. Die Natur ist allerdings schlau: Während der Stillzeit kann eine Frau eher mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit schwanger werden. Das hat den Grund, dass wir aus biologischer Sicht K-Strategen sind. Das heißt, dass wir viel Energie in wenige Nachkommen stecken, diese allerdings gut behüten. Das Gegenteil sind r-Strategen, wie zum Beispiel Mäuse, die einfach immer weiter Nachkommen raushauen und sich nicht um diese kümmern, frei nach dem Motto “Irgendwer wird es schon schaffen”. Aus diesem Grund lässt die Natur nicht zu, dass eine Frau schwanger werden kann, während das erste Kind noch Schutz und Fürsorge benötigt.

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Hormonell gesehen wird beim Stillen das Hormon Prolaktin freigesetzt, welches einen weiteren Eisprung verhindert. Das Problem ist allerdings, dass Frauen trotzdem schwanger werden können, da es keine 100 Prozent sichere Methode ist. Das sollte niemals vergessen. Aus diesem Grund sollten auch stillende Mütter an die Verhütung nach der Schwangerschaft denken. Grundsätzlich kann gesagt werden: Je öfter die Brust gegeben wird, desto höher ist die Ausschüttung und somit die Effektivität von Prolaktin. Wer nach der Schwangerschaft wieder zur Pille greifen möchte, der sollte sich eine ohne zusätzliches Östrogen besorgen, da Östrogen die Milchmenge reduzieren kann. Eine überaus sichere Methode ist auch innerhalb der Schwangerschaft zudem das Kondom. Wer auf Mittel wie Spirale und Co zurückgreift, der muss bedenken, dass es circa 6 bis 8 Wochen dauert, bis die Gebärmutter sich im ursprünglichen Zustand befindet. Früher passende Spiralen können danach eventuell nicht mehr passen. Es sollte also auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden, ob eine neue von Nöten ist oder ob zu alternativen Verhütungsmethoden gegriffen werden sollte.

Viele Mütter werden über diesen Artikel aber wahrscheinlich mit der Nase rümpfen, da man frisch nach der Geburt wohl kaum die Zeit hat, über Sex nachzudenken.

Wenn die Pille vergessen wurde

Sofern sie regelmäßig eingenommen wird, ist die Antibaby-Pille das sicherste Verhütungsmittel überhaupt. Es gewährt nahezu 100 prozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft. Doch was passiert, wenn man die Pille mal vergisst? Wird der Schutz noch aufrecht erhalten oder kann es sofort zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen? Durch die Einnahme der Pille, verhindert man die Auslösung des Eisprungs. Wird die Pille nicht eingenommen, kann es zum Eisprung kommen. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigt dabei, je öfter man die Pille im Monat vergisst.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, dass Frauen, die an Vergesslichkeit leiden, zu einer Verhütungsmethode greifen, die automatisch arbeitet ,wie z.B. der Dreimonatsspritze. Außerdem kann der Mann ebenfalls versuchen an die Pille zu denken und seiner Frau rechtzeitig Bescheid zu sagen. Wenn beide Geschlechtspartner an die Pille denken sollen, kann es allerdings auch leicht passieren, dass sich beide denken “Er / Sie wird schon dran denken”, weswegen die Pille noch seltener eingenommen wird. Ansonsten kann man zu einem automatisch gestellten Wecker greifen oder aber man hängt z.B. in der Küche eine Checkliste auf, die jeden Tag bei der Einnahme der Pille abgehakt werden muss. Vergisst man die Pille einmal, hat man die Chance innerhalb von 12 Stunden die Einnahme nachzuholen. Dann ist der Schutz noch gewährleistet, sofern alle anderen Pillen rechtzeitig eingenommen wurden. Vergehen 12 Stunden, dann ist eine Schwangerschaft im Rahmen des Möglichen.

Einen Sonderfall stellt die erste Woche nach der Pause dar. Denn die Pille bietet nur dann ausreichenden Schutz, wenn sie 7 Tage in Folge eingenommen wurde. Vergisst man sie einmal in den ersten 7 Tagen, ist der Schutz nicht mehr gewährleistet. Ist man sich nicht sicher, ob man nicht vielleicht doch schwanger geworden ist, empfiehlt es sich den Frauenarzt aufzusuchen und sich gegebenenfalls die Pille-Danach verschreiben zu lassen. Zu dieser Methode sollte man allerdings nur im Notfall greifen, da die Pille-Danach in den Hormonhaushalt eingreift und einiges durcheinander wirbelt. Nicht umsonst ist sie verschreibungspflichtig in Deutschland. Wer noch weitere Informationen über die Pille benötigt, der sollte sich beim Frauenarzt darüber informieren oder weitere Internetquellen befragen. Der Arzt ist allerdings in jedem Fall die sicherere Variante, die professionellen Rat weiß.