Coitus interruptus – Definition – Verhütungsmittel

Neben relativ sicheren Verhütungsmethoden wie dem Kondom oder der Pille, gibt es auch unsichere Methoden, die vor allem vor einigen Hundert Jahren durchgeführt wurden. Ein Beispiel dafür ist der Coitus interruptus, wobei Coitus für “Geschlechtsverkehr” steht, interruptus für “unterbrechen”. Bei dieser natürliche Empfängnisverhütung, wird der Penis kurz vor der Ejakulation aus der Vagina der Frau entfernt, wodurch der Großteil der Spermien nicht “zum Ziel” kommen kann. Das Prinzip klingt für den Laien vielleicht ganz gut, allerdings treten auch vor dem “richtigen” Samenerguss bereits Spermien aus dem Penis aus und sind z.B. in den sogenannten “Lusttröpfchen” zu finden. Außerdem ist es für die meisten Menschen ziemlich schwierig kurz vor dem “Kommen” daran zu denken den Penis zu entfernen. Aus diesem Grund erfordert diese Verhütungsmethode 1. eine extreme Körperbeherrschung und 2. genügend Disziplin.

Außerdem wird berichtet, dass eine dauerhafte Anwendung des Coitus interruptus zu sexueller Frustration führen kann, da das eigentlich “Kommen” nicht in der Vagina stattfindet. Hilfsmittel sind nicht nötig, allerdings schützt die Methode nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, was neben einer möglichen Schwangerschafft das Hauptmanko ist. Im Allgemeinen ist diese Methode also absolut nicht empfehlenswert und nur als absolutes Minimum anzusehen, sofern die Verhinderung eines Geschlechtsakt nicht möglich ist. Wikipedia spricht relativ passend von einer “Besser-als-nichts-Methode”.

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Bei geübten Paaren, die die richtige Technik beherrschen und den Zeitpunkt des Coitus interruptus genau kennen, funktioniert diese Methode noch halbwegs zuverlässig, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung im Vergleich z.B. zur Antibabypille immernoch einem Russisch Roulette gleicht. Sind die Paare ungeübt oder handelt es sich um Jugendliche oder Männer, die ihren Samenerguss schlecht kontrollieren können, ist die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Befruchtung nochmal um ein Vielfaches höher. Es gibt allerdings auch einige Vorteile: Der Coitus interruptus kann als absolute Notlösung genutzt werden, die Methode ist natürlich, umweltgerecht und benötigt keinerlei Hilfsmittel, weder mechanische noch hormonelle. Das gilt vor allem für Frauen, die nicht mit der Antibabypille zurecht kommen, da ihr Hormonhaushalt verrückt spielt (Gewichtszunahme etc.). Des Weiteren finden es viele Paare erregend, wenn die Ejakulation an anderen Körperteilen vollzogen wird.

Der Coitus interruptus hat in verschiedenen Gesellschaften verschiedene Werte: Im Christentum ist er verboten, wohingegen er im Islam erlaubt ist. Außerdem gibt es einige Studien von Freud über die psychologischen Folgen, wie z.B. die Bildung von Angstneurosen, was allerdings von modernen Psychologen als Humbug abgestempelt wird.