Alt bewährt und trotzdem hip - die Zimmermannshose
Wer kennt sie nicht - die allseits beliebte Zimmermannshose! Ob mit oder ohne Schlag, die robuste Zunfthose mit dem dekorativen Doppelzipp ist in jedem Fall ein Hingucker.
Es gibt sie schon seit mehreren hundert Jahren. Ursprünglich war die Hose den Zimmerleuten, Tischlern und Dachdeckern vorbehalten und wurde damals hauptsächlich von jungen Gesellen auf der “Walz” getragen, traditionell mit “Koppel” (dem Gürtel mit Zunftwappen) oder Löwenkopfkette.
Heute hat sich die Zimmermannshose längst als modisches Highlight in der jungen Szene etabliert. Sie besteht immer aus Baumwolle, z. T. mit geringem Polyester-Anteil, mit 400 bis 600 g Stoff pro m², verfügbar auch als Stretchhose. Man bekommt sie in Fachgeschäften für Berufsbekleidung als Original-Zunfthose aus Trenkercord Dreidraht, Manchester-Cord und Deutschleder, alles äußerst strapazierfähige Cordstoffe.
Ältere Zimmermannshosen wurden außerdem aus Englisch Leder, auch Doppelpilot genannt, gefertigt, oder aus Cordura, ein Baumwollstoff, der sich fast wie echtes Leder anfühlt. Diese Ausführung ist besonders bei Motorradfahrern beliebt. Sie nach wie vor in Fachgeschäften erhältlich; angeblich soll dieses Material noch widerstandsfähiger sein.
Traditionell ist die Zimmermannshose schwarz, man sieht sie zuweilen aber auch in Beige oder Grau. Seit einigen Jahren gibt es auch Modelle aus stone-washed Jeans, sogar als Bermuda oder Shorts. Im Sommer kann es auf dem Bau ja durchaus heiß werden. Und das gilt dann nicht nur fürs Wetter!
Mittlerweile bieten sogar Versandhäuser und Baumärkte Zimmermannshosen an. Dort sind sie um einiges erschwinglicher, aber auch von geringerer Qualität und ohne originalgetreue Ausstattung. Die beinhaltet nämlich gepaspelte Taschen, doppelt genähte Kunstleder-Verstärkungen, zweifache Schritt- und Seitennähte sowie zwei Zollstocktaschen und Knietaschen zum Einschub von Kniepolstern.
Und für alle, die sich fragen, was es mit dem zweifachen Reißverschluss auf sich hat: Den verdankt die Zimmermannshose den Schiffszimmerleuten. Wenn die zuweilen beim Schiffsbau ins Wasser fielen, konnten sie sich mit Hilfe des Doppelzipps schneller aus der schweren Hose befreien.